Im Club (Re: Passagen 9 – III)

Boah ist das langweilig! Die sollen sich endlich mal einig werden. Was soll das Theater hier überhaupt? Lasst den Kerl einfach laufen. Oder ab in die Geschlossene mit ihm, mir doch egal. Hat er irgendjemandem etwas getan? Halt so’n bisschen Kram auf die Straße geworfen. Na und? Soll er’s eben wieder wegmachen! Schon ein komischer Kauz. Ich weiß gar nicht, wie er heißt. Ist ja im Zweifel auch egal.

Und nur, weil sie mich im Zug mit so ’nem bisschen Dope erwischt haben, muss ich mir das jetzt reinziehen. Nur zu meinem eigenen Schutz. Damit ich mal sehe, wie das ist. Alter! Naja, was soll’s … Und wenn ich dann noch an diese künstlich humorvollen Undercoverdrogendezernatsbeamten denke! Natürlich zu zweit und natürlich „good cop/bad cop“-mäßig unterwegs. Gähn, wie langweilig. Lasst Euch mal was Neues einfallen.

Ob sie die Kleine vom Bahnhof auch bekommen haben? Hahaha, verabschiedet die sich von ihrer Mutter, Küsschen hier und da, und die Mama ahnt nicht mal, was die Tochter da in ihrer ach so unauffälligen Plastiktüte mit sich trägt. Wenn ich raten müsste, dann würde das sicherlich nicht mehr für den Eigengebrauch durchgehen! Das sieht doch jeder sofort, dass die nicht aus touristischem Interesse über die Grenze fährt. Ich hätte sie ja mal fragen können, ob wir zusammen … Auf der anderen Seite: Lars hatte schon recht. Es wäre auch eh nur eskaliert auf der Party nachher. Technoparty in ’ner Kirche. Hatte ich ja vorher auch noch nie. Kann man mal machen. „In Berlin ist ja richtig vernünftig Party machen sehr schwer bis unmöglich, weil’s ja alles nur dieser Minimalravequatsch ist und Drogen bis zum Umfallen!“ Bäh, es gibt schon dumme Menschen. Und außerdem war es nicht Berlin.

Gäb’s hier wenigstens WiFi free! Aber nein, das verletzt ja die Ehre des Hauses und des Amtes! Ob ich mir mal schnell ’nen Kaffee holen soll? Vielleicht ist’s da vorne als Angeklagter ja auch witziger als hier hinten? Immer dieses Hin und Her und künstliche Getue und Kram. „Wenn Ihnen 10 mm Stahl reichen, dann nehmen Sie doch keine 11.“ Ach? Naja, ich schon. Blablabla. Ich sage nur: Stichwort „Neutralisieren“. Dringend!

(erschienen in HOCH&tief #06)

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