Deep Down

„Was? 18 Euro für ’ne Freakshow? Das krieg’ ich bei mir in der Schule umsonst!“

Ich habe im Bus nie in der letzten Reihe gesessen. Die Plätze waren per se für die Coolen reserviert. Wen oder was wir damals für cool hielten. Ist scheinbar heute immer noch so: Drei wilde Skaterboys mit ihren Brettern. Sehr ausgewählt zusammengestelltes Sportgerät, das vom regen Gebrauch gezeichnet ist. So, wie das sein muss.

„Warum fährt der Bus hier nicht links?“

„So ’ne Haltestelle an jedem Spot, das wär’s!“

„So [mit langgezogenem o], jetzt geradeaus!“, und die Buddies lachen.

Boys, ich verstehe ja gerne, dass Ihr so schnell wie möglich auf die Pipe wollt. Aber warum macht Ihr’s nicht wie Männer und rollt hin? Ist nur einmal quer durch die Stadt.

„Da bräuchte man ein Auto.“

„Felix darf das Auto seiner Mutter benutzen.“

Irgendwie herzzerreißend.

Dank ausufernder Spielkonsolen-Experience kann ich sehr gut Skateboard fahren. In der Theorie.

Andere Dinge, die ich theoretisch kann: die deutsche Geschichte rezitieren, hübschen Mädchen nicht hinterherschauen müssen, die Länder der Erde auf einer Weltkarte positionieren, tolerant sein, Fußball spielen, Smalltalk reden. Und Punkrock.

„Ein Hammerspot! Da gibt’s Lodges und Treppen und Rails —“

„Alter, guck mal, die Cops! Haha!“

Ihr seid super. Ich texte jetzt noch ’ne Stunde am Elend dieser Stadt, wenn solange was passiert, umso besser.

(erschienen in HOCH&tief #01)

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